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Sonntag, 18. Juni 2017

Offener Brief an den 18. Deutschen Bundestag

zum Thema ZWANG, Lügenboykott, Medien, unbezahlter Zuarbeit Betroffener... anlässlich der SEXSHOP-JOB-Geschichte FriGGa/Jobcenter/Erdbeermund

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Berlin den 17. Juni 2017

Sehr geehrte Abgeordnete des 18. Deutschen Bundestages,

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dieses umfängliche Schreiben dürfen Sie für Ihre eigenen vertieften Recherchen zum Thema (Wandel des) Sozialstaat(es) verwenden. Bitte beachten Sie die beigefügten verlinkten Beiträge.
Mehrfachzusendungen innerhalb Ihrer Fraktionen und Zuständigkeiten mögen Sie mir nachsehen. Grundsätzlich möchte ich JEDEn AbgeordneteN und deren/dessen Team damit ansprechen.
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Ich bedanke mich für Ihre (insbesondere Frau Kipping et. al.) sowie die mediale Aufmerksamkeit auf das Sanktionsthema im grenzwertigen Fall "Vermittlung in die Erotikbranche".

http://nachrichten-an-die-bbg.blogspot.com/2017/05/vermittlung-in-die-erotikbranche-unter.html

Eine Schamgrenze wurde in den Gesprächen und verkürzten Darstellungen in der Presse markiert - das hat gekoppelt an meinen "Einzelfall" jedoch auch gut zu Irritationen geführt.

Ich betone hier nochmals, dass ich
a) kein Einzelfall bin (siehe z.B. LENA R.:
http://www.bg45.de/index.php/9870/bescheid-vom-jc-aufforderung-zur-prostitution/ )

b) nicht die "Dildos" pervers sind, sondern der ZWANG, mit welchem sie verkauft werden sollten - das allerdings ebenso bei anderen Tätigkeiten, zu denen man durch bestimmte Machtkonstellationen oder strukturelle Erfordernisse gezwungen wird. Von den Produktionsbedingungen der Kunststoff"spielzeuge" und Pornofilme ganz zu schweigen.


Dieser Zwang ist in jeder Rechtsfolgenbelehrung, in der gesamten Konstruktion Hartz IV/Niedriglohn enthalten und spiegelt sich in den Gedanken und Gefühlen ausgebeuteter oder unzufriedener Mitmenschen wider, die auch abwertend in den Pressekommentarbereichen auf mich reagiert haben, gern Menschen zur Prostituion - egal ob mit dem Genitalbereich oder im übertragenden Sinne, dem Verkauf ihrer Fähigkeiten und ihres Geistes, zwingen würden.

Es freut mich, dass von Seiten der Linken (Katja Kipping et. al.) das Anliegen sofort ergriffen und zur Klärung geführt wurde - wenn auch nur beschränkt auf den konkreten Fall:

http://www.katja-kipping.de/de/article/1256.keine-vermittlung-in-sexshops-mit-sanktionsandrohung.html

Wie groß der wirklich ist und welche Dimensionen er noch enthält, findet sich alles nach und nach über meinen Blog zu diesen "Streitthemen":

www.gerichtsverfahrenundklageprozesse.blogspot.de

Die Sache ist en detail noch gravierender als ich zunächst annahm: das Unternehmen Erdbeermund beschreibt sich als unmittelbarer Förderer oder gar Betreiber von sexueller, körperlicher Prostitution:

Zitat:
"
http://www.berlinintim.de/sexshop-erdbeermund-6956.html

und dort liest man: Erdbeermund ...Sexkino & Shop - „Die Leistungen der anwesenden Damen werden von diesen in eigner Verantwortung und auf eigene Rechnung erbracht."

was mir auch von einem Anwohner bestätigt wurde.

Solche Stellen dürfen gar nicht in der Datenbank des Jobcenters auftauchen.
Auch hat Frau Anette Kramme folgendes Urteil in ihren Beiträgen übersehen:

Zitat einer weiteren Zuschrift dazu:
 " [...]
folgendes Urteil, vom Januar diesen Jahres!!! Da hat ein Erotik-Arbeitgeber die Arbeitsagentur verklagt, weil sie seine Erotik-Arbeitsplatz-Angebote aus der Jobbörse gelöscht hat. In der Zusammenfassung des Urteils heißt es, die Arbeitsagentur sei berechtigt, in den Nutzungsbedingungen das Einstellen von Jobangeboten im Erotikbereich zu verbieten. Ich schau also in die Nutzungsbedingungen und bäm. Steht da.

Hier das Urteil, der Volltext scheint leider nicht online zu sein:
http://www.rechtsindex.de/recht-urteile/5843-stellenangebote-aus-dem-rotlichtmilieu-in-der-jobboerse-der-arbeitsagentur

Hierin die Nutzungsbedingungen der Jobbörse:

Darin ist es § 9 (3) 2.

Das Angebot hätte also von vorneherein gar nicht in der Datenbank sein dürfen. Und Du hast denselben Anspruch auf den Schutz dieser Nutzungsbedingungen wie jeder andere auch.
[...]"


Zur öffentlichen Debatte (an meine und Ihre Arbeit anschließend in den Medien)
Es ist bezeichnend, dass öffentliche durch die Medien gehende Debatten oft so geführt werden, dass der Betroffene immer als Täter oder Opfer gesehen wird, selten als Analytiker seiner eigenen und der sytemischen Lage. Dazu schrieb fast zeitgleich die Aktivistin "Christel T." auf ihrem Blog Folgendes:

https://jobcenteraktivistin.wordpress.com/2017/05/29/verbrechen-der-jobcenter-neutralisierung-unterbinden/

Es haben inzwischen Zeitungen, Radio und TV am Verbreiten "meines Falles" Geld verdient bzw. ihr Angebot bereichert, um über mich oder die Hintergründe (verkürzt) zu berichten - es hat Beschäftigungs- und Klärungsimpulse für viele Menschen gegeben, nur weil eine von der "Allgemeinheit" als unselbständig betrachtete HArtz IV- Empfängerin sich derart in ihrer "Freizeit" engagiert hat, um die Hebel in Bewegung zu setzen und sich solches nicht bieten zu lassen.
Ich werte meine Beteiligung nicht über und stelle sie nicht über die Verdienste anderer Menschen, weise nur auf etwas hin, nämlich das völlige Ausblender solcher Tätigkeiten überhaupt.
In meinem Jobcenter hat mir die Teamleiterin sowie der betreffende Arbeitsvermittler mit dem schlüpfrigen Angebot gesagt, ich solle mich "auf das Wichtige konzentrieren", also "Arbeit finden" (Anm.: ich bin immernoch selbständig), nicht "solche Beschwerden und Texte schreiben" (auf meine kesse Absage an den Erdbeermund deutend).

Diese Leistung meinerseits und meiner Supporter sowie viele andere unzählige Mühen aus den Kreisen anderer Hartz-IV-Betroffenner oder dafür nicht "bezahlter UnterstützerInnen" wird niemals in Geldform gewürdigt und würde sogar entwertet, wenn man dafür "leistungsgerecht" und ggf. sogar im Voraus "bezahlt" würde.
Nichts desto trotz kann so etwas ggf. identitätsstiftend und weichenstellend sein, unverzichtbar auf dem Weg, die Gesellschaft freundlicher zu machen.

Es wäre an der Zeit gesamtgesellschaftlich den freien Willen zu respektieren: NEIN heißt nein - egal zu welcher Arbeit!

Jeder Mensch muss auch im NEIN-Sagen seine Haltung und seine Mitgestaltung ausdrücken können.

Wenn eine Arbeit gut, gut bezahlt UND/ODER gemeinwohlfördernd ist, WIRD sie getan werden - alles, was auf ZWANG basiert, formt nicht eine Gesellschaft, in der ich leben möchte.
Zu so einer Gesellschaft MAG ich keine Beiträge leisten, nur eben zusehen, wie ich efektiv und mit viel Eigenbelustigung mich diesen Mechanismen entziehe, sie persifliere oder juristisch und politisch öfentlichkeitswirksam in Frage stelle... dabei so wenig Leid wie möglich erfahre und unmittelbar verursache.
Ich werde mir niemals Schuld oder Defizite einreden lassen, nur wenn oder weil ich staatliche Leistungen beziehe - diese wären nicht nötig, wenn ich unittelbar an die Ressourcen zur Sicherung meiner Existenz herankönnte, ich keine Miete, Krankenkasse usw. in einem als "sozial" bezeichneten Stress-, Wachstums- und bis auf die nackten Grundrechte wirkenden Behauptungs-Konkurrenzsystem zahlen müsste, in welchem Gutmütigkeit ausgenutzt und Egoismus belohnt wird, vorprogrammiertes Versagen unzähliger Individuen bestraft wird und man sich selbst in den besser bezahlten Jobs per se diesen Prinzipien auf die eine oder andere, oft auch scheinbar "freiwillige" Weise unterwerfen muss um nicht sich selber auszuschließen oder abzustürzen..


Im Zuge der Aufklärungsarbeit und Bewusstmachungsarbeit hat es einen Soli-Brief gegeben:

www.wahrheitspatenschaft.blogspot.de


Dieser entstand - ebenfalls unbezahlt und aus dem Impuls meiner Mitmenschen - durch meine (und die allgemeine) Verpflichtung zu Bewerbungen, in denen mir VERBOTEN wurde, die Wahrheit zu schreiben (dass meine größte Motivation ist, einer Sanktion zu entgehen bzw. überhaupt nur zu ERWÄHNEN, dass ich unter Sanktionsdruck stehe unabhängig von meinem Interesse für anderer Leute Angebote).
Auch dazu sind konkret noch Sanktionsverfahren gegen mich offen bzw. schon vollzogen und noch nicht gerichtlich geklärt.

Ich möchte Sie bitten, mit mir, uns, dazu ins Gespräch zu kommen - immer wieder - und gern mit den Jobcenter, den Direktionen, dem Arbeitgeberservice, den Gerichten.**


Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und verbleibe mit besten Grüßen auf Augenhöhe,

FriGGa Wendt

im Vorverfahren als Mitbewerberin um einen Platz im 19. Deutschen Bundestag
als parteilose Direktkandidatin


Nachträge:
Die SPD ist z.B. vertreten durch Eva Högl ansatzweise bereit, über ein Grundeinkommen zu sprechen, während Menschen wie Andrea Nahles ganz vehement am Konstrukt des Zwanges festhalten - mit der Begründung, die alle Arbeitsrechtler korrekt finden müssten: "Niemand würde dann mehr zu schlechten Konditionen mühselige und "dreckige" Arbeit machen."
Ja genau darum geht es doch!
Alle sollen gute Arbeitsbedingungen haben und mühselige Lasten sollen entfallen, fair vorrangig unter Freiwilligen verteilt und vor allem gut belohnt werden!

BEACHTEN SIE BITTE:
Sollten Sie zu der Mehrheit der Abgeordneten gehören,

die Sanktionen grundsätzlich befürworten

oder für marktwirtschaftlich unerlässlich halten, so MUSS es erlaubt und sogar erwünscht sein, diese Wahrheiten auszusprechen!
DANN hätten Sanktionen ja - z.B. im Fall einer renitenten rotzfrechen Akademikerin, die sich einbildet selbst am besten zu wissen, was sie will und was nicht, ihr Ziel erreicht, wenn sie sich dadurch in Bewerbungsprozesse begibt und ggf. mit dem Vermerk "erzwungene Unterschrift" auch Arbeitsverträge eingehen würde…

Sanktionen würden dann dazu führen, dass auch so unbelehrbare von manchen Mitmenschen pauschal als "Faulpelze" abgestempelte Menschen, unbezahlte Hobbypolitiker wie ich, gehorchen. Sich gegen ihre eigenen Impulse unterordnen und „bewerben“.

Nicht erzwungen werden kann jedoch das Mitwirken an der LÜGE!

Wenn Sie an Sanktionen glauben, so glauben Sie doch daran, dass sie wirken, auch dann wenn Leute offen darüber mit (zukünftigen) Arbeitgebern sprechen.
Ein Markt, der keine Zwangsarbeit will, aber von ihr profitiert, wenn die Gezwungenen schweigen, muss mit der Wahrheit konfrontiert werden, um sich selbst ggf. zu reinigen und zum Wohle der Allgemeinheit neu zu strukturieren!

Sind von mir beschriebene Gezwungene wie ich nur eine Randgruppe, ohne die der Markt wunderbar zurechtkommt und die Stellen besetzen kann, gibt es auch keinen Anlass, diese Randgruppe mittels Lügenzwang zu erschließen, nur weil sie "wegen ehrlicher Ausdrucksweise" eben in keinem (zugewiesenen) Job angenommen wurde.
Arbeitgeber, die nur mit Sanktionen ihre Stellen besetzen können, sollten ihr Konzept hinterfragen - Raum freigeben für andere Konzepte, die ohne Sanktionszwang plötzlich wachsen - etwa weil Leute dann lieber ehrenamtlich/frei ihrem Herzen folgen als global Player und Zeitarbeitsfirmen mit ihrer wertvollen Lebenszeit zu unterstützen für einen Hungerlohn oder die Ehre, nicht zu den "schändlichen Hartzern" wie der unsäglichen Frau Wendt ;-) zu gehören.

Sollten Sie an eine Erwerbspflicht als Bürgerpflicht (vor allem anderen) glauben, so dürfen Sie mich gern für all das bezahlen, was vielleicht im Dialog zwischen uns entsteht.

Berücksichtigen Sie aus Gründen der GLEICHSTELLUNG in solchen möglichen Forschungsprojekten, Meetings, Enquetkommissionen und anderen Möglichkeiten, bezahlt über den (Werte)Wandel der Erwerbsgesellschaft zu reden, Betroffene und Erfahrene und damit hochqualifizierte Menschen für die Thematik wie mich ;-)
Für Zwangsjobs und fremdbestimmte Ausbeutung bin ich nämlich leider nicht gut zu gebrauchen.


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ursprüngliche Nachricht von mir an den gesamten Bundestag:

Sehr geehrter Mitmensch im Bundestag-

Herr M. aus dem Jobcenter Berlin Pankow hat mir dieses Stellenangebot geschickt:

http://gerichtsverfahrenundklageprozesse.blogspot.com/2017/05/das-heieste-angebot-das-herr-m-mir.html

Es ist ein Angebot zur Nacht- und Schichtarbeit in einem Erotikladen,
wo man mit der Vermarktung von Sex zu tun hat und 9 EUR pro Stunde
bekommt, 45 Stunden ist die normale Arbeitszeit.

Fänden Sie es sinnvoller, wenn ich es annähme, oder dass ich meine
freiberufliche Arbeit und ehrenamtliche Arbeit mit überwiegend Kindern
und Jugendlichen als Lernbegleitung und Betreuung beim Forschen und
Experimentieren fortsetze?

Bedenken Sie: ich soll dafür sanktioniert werden, wenn ich so einen
Job nicht annehme!

Ist das gute Beratung und guter Service?
Ist das ein sinnvoller Einsatz von Fachkräften?
Ist es überhaupt gut, auf ZWANG zu irgendeiner Erwerbsarbeit oder
"Maßnahmeteilnahme" setzen?

Finden Sie es zudem mit Ihrem Gewissen vereinbar, Menschen in
Maßnahmen zu verfrachten oder zu bestrafen bei Nichtteilnahme, wenn
diese statt dessen lieber ihre ehrenamtlich oder freiberufliche bzw.
selbst gesuchte Arbeit weitermachen wollen?
Soll ein erwachsener Mensche selbst oder besser der Arbeitsvermittler
das entscheiden, was sinnvoll ist?

Ernste Grüße in der Hoffnung auf ehrliche Antworten an SIE außerhalb
und unabhängig von Ihrer Fraktion im Vorfeld der Wahl

FriGGa Wendt
Mensch mit eigenem Kopf und nicht abstellbarer Seele

Kommentare:

  1. Erwerbslose rennen ohne Sinn und Verstand los, um ihre eingehämmerten Vermittlungshemmnisse, die nur in der Phantasie ihres Fallmanagers existieren, zu beseitigen.

    Warum Maßnahmeträger den Maßnahmevertrag vor der Unterschrift nicht ausgeben
    https://aufgewachter.wordpress.com/2017/06/18/warum-massnahmetraeger-den-massnahmevertrag-vor-der-unterschrift-nicht-ausgeben/

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  2. "Erdbeermund ...Sexkino & Shop - Die Leistungen der anwesenden Damen werden von diesen in eigner Verantwortung und auf eigene Rechnung erbracht."

    Anhand des Kinopuff Erdbeermund erkennt man doch Parallelen zu den Jobcentern, wo die kleinen Dienstleister auch die Drecksarbeit machen müssen und die oberen Herren das Geld abgreifen. Im Sexkino Erdbeermund bekommen die Damen des Rotlichtgewerbes einen Lohn für ihre geleisteten Dienste am männlichen Objekt, aber der Betreiber von Erdbeermund steckt sich mit großer Wahrscheinlichkeit den Hauptteil von dem Freierlohn in die eigene Tasche. Der Spiegel hat im Jahr 2013 über ein ähnliches Geschäftsmodell in den Jobcentern berichtet. Auch in den Jobcenter machen die kleinen Arbeitsvermittler die ganze Drecksarbeit und die Leute aus dem mittleren und hohen Management greifen die richtige Kohle ab. Warum sollte man also in den Jobcentern Skrupel haben, arbeitslose Frauen in Bordelle und ähnliche Etablissements zu vermitteln? Also, nicht nur die Hartz IV Bezieher werden in den Jobcentern angeschissen, sondern auch die kleinen Befehlsempfänger, die sich großspurig "Arbeitsvermittler" nennen - obwohl es schon lange keine echte Arbeit in Deutschland mehr zu vermitteln gibt - werden täglich in den Jobcentern verheizt. Der einzige Unterschied zu einem echten Bordell ist, dass die Kunden der Jobcenter, also die Hartz IV Bezieher, nicht befriedigt aus ihrem Jobcenter kommen. Oftmals lassen Hartz IV Bezieher (Freier) nach dem Besuch des Jobcenters (Puff) auch einen Großteil ihres Existenzminimums (Lohn) da, nachdem der Arbeitsvermittler (Prostituierte) seinen Sabbeljob (Blowjob) erledigt hat. Danach bekommt der Teamleiter oder Geschäfstführer (Zuhälter) seinen Bonus und wenn die Sanktion (Freierlohn) ziemlich hoch ausgefallen ist, bekommt er sogar noch mehr Geld.

    Man sieht, es ist nur eine Frage der Blickrichtung oder des Wortaustausches und schon sieht man entweder ein Jobcenter mit Arbeitsvermittlern und einem Teamleiter vor sich oder ein Puff mit Huren und einem Zuhälter. Falls jetzt einer meint, ich würde mit meiner "Satire" etwas übertreiben, der kann sich ja mal den vollständigen Artikel aus "Der Spiegel" durchlesen.

    Der Spiegel, 24.06.2013: "[...] Befeuert wird die Ziel- und Zahlenhörigkeit mit Druck in den unteren Etagen und Prämien in den oberen: Im aktuellen Haushalt der Bundesagentur stehen 452 Stellen für Mitarbeiter, die über Tarif verdienen - und insgesamt 6,2 Millionen Euro extra kassieren, wenn Leistung und Ergebnis stimmen. Macht im Schnitt gut 13.700 Euro im Jahr obendrauf. Auch im mittleren Management winken Boni, bis zum Teamleiter herunter. Hier sind bis zu 20 Prozent zusätzlich möglich, wenn die Ziele erreicht werden. Für die Mannschaft unter den Teamleitern gibt es keine Prämien, dafür Druck. Jeden Tag dieselben Fragen, so schildert es Müller: Wie viele Vermittlungen habt ihr gemacht? Und wenn es zu wenige waren: Was treibt ihr eigentlich den ganzen Tag? Die Zahlen wandern Monat für Monat nach oben, in die Zentrale. Damit die Agentur nur keinen Vermittlungserfolg vergisst, werden die Daten mit größtem Aufwand eingebucht, abgesucht, durchgezählt. Allein in Müllers Agentur gehen nach seiner Schätzung "80 Mann-Tage im Monat für das Controlling drauf". Nichts zählt mehr als die Zahlen. [...]"

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-99311751.html

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    1. @ Anonym 18. Juni 2017 um 10:13

      Der Spiegel, 24.06.2013: "Die Zahlen wandern Monat für Monat nach oben, in die Zentrale. Damit die Agentur nur keinen Vermittlungserfolg vergisst, werden die Daten mit größtem Aufwand eingebucht, abgesucht, durchgezählt."

      2013 sprach man im Spiegel noch vom "Vermittlungserfolg". Heute kann man das Wort "Vermittlungserfolg" durch "Sanktionserfolg" austauschen, denn vermittelt wird heute von den Jobcentern höchstens noch in dreckige Hilfsarbeiterjobs oder in schmuddelige Sexshops mit Fleischeinlage (Huren).

      Der gleiche Satz aus dem Jahr 2013 müsste im Spiegel heute so lauten: "Die Zahlen wandern Monat für Monat nach oben, in die Zentrale. Damit die Agentur nur keinen Sanktionserfolg vergisst, werden die Daten mit größtem Aufwand eingebucht, abgesucht, durchgezählt."

      Prof. Dr. Gerd Bosbach (Professor für Statistik) vom Rhein-Ahr-Campus in Remagen schreibt: "In der Bundesagentur für Arbeit spricht man von ca. 3 Millionen Arbeitslose. Es gibt aber 5,3 Millionen erwerbsfähige Empfänger von Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II. Dazu kommt noch, dass die Bundesagentur für Arbeit eine Zahl von Unterbeschäftigten herausgibt. Diese Unterbeschäftigten werden mit 4,1 Millionen tituliert. Unterbeschäftigung bedeutet aber auch fehlende Arbeitsplätze. Das zeigt die wahre Dimension der versteckten Arbeitslosigkeit."

      Wenn das mit der Arbeitslosigkeit in Deutschland und Europa so weiter geht, dann wird die Prostitution ebenfalls noch weiter zunehmen und arme sanktionierte Frauen müssen ihren Körper an der nächsten Straßenecke für 5 Euro anbieten um nicht zu verhungern. Aber darüber wollen unsere Politiker nicht nachdenken und freuen sich lieber, dass Industrie 4.0 demnächst auch den letzten (Fach)Arbeiter noch überflüssig macht.

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  3. Frigga Wendt: "Auch hat Frau Anette Kramme folgendes Urteil in ihren Beiträgen übersehen: ... "

    So etwas ist natürlich für die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Anette Kramme (SPD), besonders peinlich, besonders wenn man auf WIKIPEDIA über Anette Kramme liest: „Nach dem 2. Staatsexamen ließ sie sich 1996 als selbständige Rechtsanwältin in Bayreuth nieder. Mittlerweile ist Anette Kramme Fachanwältin für Arbeitsrecht.“ Einer Rechtsanwältin sollte so etwas eigentlich nicht passieren, besonders bei dem Gehalt was sie als Parlamentarische Staatssekretärin bezieht (siehe auch: Parlamentarische Staatssekretäre – zu viele und zu teuer).
    https://www.steuerzahler.de/Parlamentarische-Staatssekretaere-zu-viele-und-zu-teuer/8699c10194i1p525/

    Frigga Wendt: "Die SPD ist z.B. vertreten durch Eva Högl ansatzweise bereit, über ein Grundeinkommen zu sprechen, während Menschen wie Andrea Nahles ganz vehement am Konstrukt des Zwanges festhalten - mit der Begründung, die alle Arbeitsrechtler korrekt finden müssten: "Niemand würde dann mehr zu schlechten Konditionen mühselige und "dreckige" Arbeit machen"."

    Ja, unsere Andrea. Damals, also zwischen 1995 und 1999, wäre die "Sozialdemokratin" Andrea Nahles, als Vorsitzende der Jusos, noch mit roter Fahne und Trillerpfeife bewaffnet, genau gegen jene Politik auf die Straße gegangen, die sie jetzt umsetzt. Nicht zu vergessen, dass Andrea Nahles ihrem Parteigenossen Detlef Scheele, einem Ex-SPD-Sozialsenator aus Hamburg, den BA-Chefsessel besorgt hat. Detlef Scheele ist übrigens auch gegen das bedingungslose Grundeinkommen, denn sonst wäre ja sein Job als BA-Chef total sinnlos - ist der Job zwar jetzt auch, aber schließlich will Detlef Scheele als arbeitsloser SPD-Sozialsenator und stellenloser Sportlehrer ja nicht selbst Hartz IV beantragen - und er müsste auf sein schönes Jahresgehalt von 300.000 Euro verzichten.

    300.000 Euro Jahresgehalt für Detlef Scheele, der einmal als kleiner Sportlehrer anfing und dann so schlau war bei der SPD mitzumischen. Da soll noch mal einer sagen, dass es sich nicht lohnt in die Politik zu gehen. Bei 300.000 Euro Jahresgehalt hat man natürlich als heutiger SPD-Politiker auch keine Skrupel mehr, einem Hartz IV Empfänger die lächerlichen 409 Euro ALG II Geld auch noch zu sanktionieren. Willy Brandt würde in seinem Grab rotieren, wenn er wüsste was aus seiner SPD geworden ist.

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    1. "300.000 Euro Jahresgehalt für Detlef Scheele, der einmal als kleiner Sportlehrer anfing und dann so schlau war bei der SPD mitzumischen."

      Da hat Frau Wendt an der Humboldt-Universität zu Berlin Physik studiert und muss sich jetzt von einem Sportlehrer (Detlef Scheele) und einer Germanistin (Andrea Nahles) sanktionieren und demütigen lassen. Zwar nur indirekt, denn für die schmutzige Arbeit haben die beiden genannten Personen ja ihre Leute aus den Jobcentern, aber merkwürdig ist es schon, angesichts des immer wieder vorgebrachten Fachkräftemangel, auch in den MINT- Studiengängen. Wo ist denn jetzt der immer von den Medien herbei beschworene Fachkräftemangel, wenn man einer studierten Physikerin lieber einen Job in der Sexindustrie anbietet anstatt in der Halbleiterindustrie?

      Irgendwann wird der Bürger begreifen, dass nicht der Hartz IV Empfänger der Schmarotzer ist, sondern der Politiker, der sich auch noch frech Volksvertreter nennt.

      "Er weiß nichts und glaubt, alles zu wissen. Das weist deutlich auf eine politische Karriere hin."
      (George Bernard Shaw, irischer Dramatiker, 1856-1950)

      M.S.

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  4. Zum Thema ERWERBSARBEIT im übertragenen Sinne diese Geschichte - aus dem Roman "Das Magdalena-Vermächtnis" von
    Kathleen McGowan

    Eine Frau ("Colombina") war aus gesellschaftlichen Konventionen mit einem Mann (Niccolo) zwangsverheiratet. Sie hatte aber auch einen Geliebten (Lorenzo di Medici). Der Ehemann erfuhr das und ging auf sie brutal los und warf Ihr Hurerei vor.

    Zitat:
    [Colombina]: "Ich hure nicht mit dem Medici herum. Ich gebe mich ihm aus freien Stücken hin. Ich habe es getan und ich werde es immer wieder tun. Lorenzo [di Medici] gehört mein Herz. Warum soll ihm dann nicht auch mein Leib gehören?"
    Niccolo [...]: "Weil... weil du meine Frau bist?"
    "Eben hast Du gesagt, ich sei eine Dirne."
    "Weil Du Dich so benimmst!"
    [...]
    "Vielleicht hast Du in einem Punkt recht: Eine Hure geht mit einem Mann ins Bett, weil sie überleben muss und weil ihr keine andere Wahl bleibt. So gesehen, bin ich DEINE Hure!"

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    Besitz, Geld, R(a)echt - alles Konstrukte, die geeignet sind, der LIEBE zu widersprechen.


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